Der Ochse und der Esel, die hatten ständig Streit.
Sie schimpften und sie motzten bei jeder Kleinigkeit.
„Du bist zu dick und frisst zu viel, für mich bleibt viel zu wenig!“
„Und Deine Stimme ist zu laut, wer leise spricht, ist König.“
So stritten sie wohl jeden Tag, ein End‘ war nicht zu ahnen.
Bis eines Tags die Tür aufsprang und neue Gäste kamen.
Zwei Menschen richteten im Stroh ein Lager für die Nacht.
Weil nirgendwo noch etwas frei, hat man sie hergebracht.
Noch in der Nacht, man glaubt es kaum, gebar die Frau ein Kind.
Es sah’n in stillem Staunen zu das Langohr und das Rind.
Ein winzig kleiner Junge war’s, ganz frisch mit Lockenpracht,
so hat er seinen Eltern die Herzen froh gemacht.
Dann kamen ein paar Hirten, zu sehn das heil’ge Kind,
ein Engel sagte ihnen an, wo man den Kleinen find‘.
Es kam das pralle Leben in diesen dunklen Stall.
Der Stunk war längst vergessen, nur Freude überall.
So wurden Ochs und Esel ergriffen wie noch nie,
dies kleine Wunder machte den beiden weiche Knie.
Und sie erahnten langsam, dass ihre Kleinlichkeit
bisher ihr Leben füllte mit Bosheit und mit Neid.
In ihren Herzen wurd es langsam licht und warm,
„Ein Geschenk des Himmels ist das, was zu uns kam.“
So zog zwischen den Tieren der Frieden wieder ein.
Und so soll er auch heute an Weihnachten gedeih’n
in allen Menschenherzen, die sehen Jesus Christ,
der als Geschenk des Himmel zu uns gekommen ist.
Drum lass‘ ihn in dein Leben. Er macht es reich und gut.
Und gibt dir auch in dunkler Zeit neue Kraft und guten Mut.

Sabine Schwab